SternenHimmel/MilchStraße fotografieren

Quick Tipps

Sonnenuntergang, Öfele/Oberjettingen (Baden-Württemberg)

 

... wenn die Sonne untergegangen ist und die ersten Sterne am Himmel erscheinen, kommt die Zeit der "Sterngucker".

Milchstraße über Sindlinger Kirche und Schloss (Jettingen, Baden-Württemberg)

0. Grundlagen/Ausgangsvoraussetzungen

  • möglichst wenig Licht-Smog (ist in Mitteleuropa nicht wirklich so einfach)
  • für Milchstraßen-Fotos:
    • am besten eine dunkle Nacht
    • der Mond sollte nicht am Himmel sein, ideal Neumond
  • ein stabiles Stativ und Kamera mit Kabel- bzw. Fernauslöser (Erschütterungen beim Auslösen vermeiden)
  • ein Sensor der möglichst wenig Rauschen erzeugt (oft sind weniger Mega-Pixel mehr)
  • bei spiegellosen Systemkameras den elektronischen Verschluss verwenden (minimiert Erschütterungen durch den mechanischen Verschluss)
  • bei Spiegelreflexkamers wenn möglich mit Spiegelvorauslösung arbeiten (verhindert, dass das Wegklappen des Spiegels Unschärfe durch Erschütterungen verursacht)
  • bei Spiegelreflexkameras Okularverschluss verwenden oder notfalls Okular mit etwas abdecken (verhindert eventuell störendes Licht, das durch das Okular eindringt)

1. Anhaltspunkte für die Belichtung

 

Kameramodus "manuell"

Weitwinkel 24mm und größer (Vollformat), möglichst lichtstark

 

Viele arbeiten bei der Sternen-/Milchstraßenfotografie mit der Offenblende. Zwecks Steigerung der Abbildungsleistung habe ich bisher jedoch immer um ein bis zwei Blendenstufen abgeblendet. Bei einer Anfangsöffnung von 2.8 liegen wir dann bei Blende 4.5 bis 5.6.

Inzwischen sind die Sensoren auch im höheren ISO-Bereich so gut geworden, dass man ein leichtes Abblenden durchaus mit einer etwas größeren ISO-Einstellung kompensieren kann.

Wenn die Sterne nicht offensichtlich als Striche abgebildet werden sollen, sollten 30 sec. als maximale Belichtungszeit angesehen werden. Bitte beachten: 30 sec. sind bei 24mm (Vollformat) in der Regel schon merklich zu lang. Je größer mein Weitwinkel ist, desto länger kann ich belichten, ohne dass die Sterne all zu auffällig schon als Striche abgebildet werden.

 

Wie gehe ich nun bei der Sternenfotografie vor? Unten notierte Angaben sind für mich die Basis. Ich stelle meine Kamera für die erste Aufnahme einmal so ein und nehme dann Feinabstimmungen vor.

Ist das Bild zu dunkel/zu hell, wird die ISO etwas nach oben/unten korrigiert.

Bei der Belichtungszeit versuche ich mit max. 20 sec. hinzukommen.

 

Vorsicht(!) beim Beurteilen der Aufnahmen auf dem Display. Was draußen im Dunkeln als strahlend hell erscheint ist oftmals zu knapp belichtet ...

Tipp: Belichtungsreihen machen und später zu Hause in aller Ruhe auswählen. Bzgl. des Bildrauschens ist es oft besser moderat reichlich zu belichten, statt zu knapp.

Milchstraße über Hütte
Sterne auf Kreisbahn

 

1. 1. Milchstraße/Sternenhimmel

 

  • ISO 6400 bis 8000
  • f 2.8
  • 8 bis max.(!) 10 sec.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.2. Sterne als Bahn abbilden

 

  • ISO 250 und geringer
  • f 5.6
  • 15 min. (gerne noch mehr)

Milchstraße über Sindlinger Kirche und Schloss (Jettingen, Baden-Württemberg)

 

1. 3. Wichtige Überlegungen zu Gestaltung

  • Milchstraße alleine wirkt meist langweilig
  • wie bei allen Bildern macht ein ansprechender Vordergrund das Bild erst interessant, erzeugt die nötige Tiefe
  • manche Vordergründe wirken als schwarze Silhouette, andere wirken aufgehellt besser ...
  • Möglichkeiten für einen aufgehellten Vordergrund (über Geschmack lässt sich natürlich immer herrlich diskutieren)
    • Landschaft/Vordergrund noch bei (restlichem) Tageslicht fotografieren und die Kamera unverändert stehen lassen, um später den Sternenhimmel aufzunehmen; anschließend Montage via Photoshop etc.
    • Light-Painting mit einer Taschenlampe
    • Vordergrund mit ein oder mehreren Blitzen ausleuchten (wirkt in der Regel "steriler" als Light-Painting

2. Bildbearbeitung

 

Wer selber unzählige Beispiel aus dem Internet oder über Instagram gesehen hat, wird rasch festgestellt haben, dass die Bandbreite der Bearbeitung sehr groß ist. Was der eine super toll findet, ist für den anderen schon zu viel. Letztlich muss jeder für sich wissen, was ihm gefällt. Ohne Bearbeitung wird es in der Regel nicht gehen. Zumindest bei Aufnahmen in unserem dicht besiedelten Mitteleuropa wird die Milchstraße erst durch die Nachbearbeitung signifikant hervorstechen. Es ist schon erstaunlich, was der Kamerasensor so alles aufnimmt, das dem bloßen Auge verborgen bleibt. Viele Details fördert jedoch erst die Bildbearbeitung zu Tage ...

 

Wichtig: 2. 1. und 2. 2. erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und sollten nicht als "Rezept" gesehen werden. Ein solches Rezept kann auch nie funktionieren, da die verwendete Kamera in Kombination mit dem gewählten Objektiv zusammen mit den Bedingungen vor Ort zu unterschiedlich sind.

 

 

2. 1. Tipps zur RAW-Entwicklung (bezeiht sich auf Adobe CameraRAW/Lightroom)

  • seit Lightroom 6.3 in 2003 ein Ki-unterstütztes Entrauschen hat ("Foto-verbessern-Tool") lasse ich zuerst alle zu bearbeitenden Aufnahmen auf diese Weise entrauschen; funktioniert ebenso mit dem RAW-Konverter von Photoshop
  • im Bedarfsfall Belichtung, Lichter, Tiefen, Weiß und Schwarz anpassen
  • Kontrast auf +3
  • Struktur auf +17
  • Klarheit auf +57
  • Dynamik auf +44
  • Sättigung auf +34

 

 

 

  

 

 

 

 

 

  • Details entspr. links anpassen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • lokale Anpassungen für den Himmel/die Sterne vornehmen (zur Orientierung siehe Einstellungen im linken ScreenShot)
  • im Bedarfsfall lokale Anpassungen für den Vordergrund gesondert vornehmen

 


 

 

2. 2. Tipps zur Bildbearbeitung in Photoshop

  • Tiefen/Lichter … Feinabstimmung
  • Dodge & Burn
    • zwei Ebenen anlegen (Tiefen/Lichter)
    • Tiefen und Lichter so gesondert nacharbeiten (mit entsprechenden Luminazmasken)
    • die hellen Bereiche der Milchstraße durch Aufhellen herausarbeiten
  • eventuell noch lokale Farbanpassungen bzw. Feinabstimmung von Kontrast/Helligkeit vornehmen (je über entsprechende Einstellungsebene)
  • selektives Schärfen oder über Hochpassfilter schärfen

Anmerkung: Wie oben schon angesprochen, ist viel in der Nachbearbeitung vom persönlichen Geschmack abhängig. Will man die Farben eher natürlich, liebt man es eher tief blau oder mag man es eher in wärmeren Violett-Tönen, ... Auch entscheidet das eigene Empfinden stark darüber, ab wann das nachträgliche Herausarbeiten der Milchstraße als unnatürlich oder gar kitschig empfunden wird. Am Ende ist es doch in erster Linie wichtig, dass man selbst Gefallen am Gestalten hat. In diesem Sinn wünsche ich viel Freude beim eigenen Lichtbildnern unterm Sternenhimmel.

 

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